Anlässlich des Go-Lives von www.varycon.com beantworten CEO Lars Reinartz und COO Erik Lorenz Fragen zum neuen Self-Service Video-CMS für Konzerne, KMUs und Startups.

Vor einigen Tagen wurde VARYCON offiziell gestartet, und in einigen Wochen wird die Plattform auf der DMEXCO vorgestellt. Wie fühlt Ihr Euch?

Lars Reinartz : Es ist eine unglaublich aufregende Zeit für uns. Fast zwei Jahre Konzeption und Entwicklung liegen hinter uns. Jetzt haben wir endlich ein Produkt, das das liefert, was wir uns vorgenommen haben. Und wir können es kaum erwarten, es der Welt zu präsentieren.

Kurz und gut: Was genau ist VARYCON?

Erik Lorenz : Die Kernidee hinter VARYCON ist – um es ganz bescheiden auszudrücken – die Art und Weise zu revolutionieren, wie wir Videos produzieren und sie in der Kommunikation von Unternehmen und Marken einsetzen.

Lars Reinartz : VARYCON macht es einfacher denn je, Videos zu verändern, d. h. zu internationalisieren, zu aktualisieren oder zu personalisieren. Anpassungen, für die in der Vergangenheit viel Zeit und Geld benötigt wurden, können mit unserem Tool innerhalb weniger Minuten umgesetzt werden – ohne Videoschnitt Know-How und ohne zeitraubende Abstimmungsschleifen.

Erik Lorenz : Mit VARYCON kann jede Komponente eines Videos mit wenigen Klicks geändert und ersetzt werden, z. B. Texteinblendungen, Fotos, die Farbkorrektur, Logos, 3D-Visualisierungen, die Musik oder das Voice Over. Natürlich kann auch das eigentliche Filmmaterial ersetzt werden.

Warum sollten sie Filmmaterial in einem Video ersetzen wollen?

Lars Reinartz : Dafür kann es viele verschiedene Gründe geben. Vielleicht will eine Marke ihren Sommer-Fernsehspot mit wenig Aufwand in einen Winterspot zu Weihnachten umwandeln, ohne einen völlig neuen Film zu schaffen. In diesem Fall erstellen wir eine Projektvorlage in unserem Content Management System und definieren die variablen Elemente. Wie Erik gerade erklärt hat, können dies z. B. Texte oder Musik oder ganze Szenen sein. Im Handumdrehen kann ein völlig neuer Film erstellt werden. Aber dies ist nur eine von unzähligen denkbaren Anwendungen.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, dass es dafür einen Bedarf geben könnte?

Lars Reinartz : Das war für uns völlig klar. Wir haben einen Hintergrund in der Film- und Medienproduktion und haben Hunderte von Filmen für Unternehmen und Marken geschaffen. In der Zusammenarbeit mit unseren Kunden sind wir immer wieder auf ähnliche Herausforderungen gestoßen.

Was waren diese Herausforderungen?

Erik Lorenz : Wenn wir zum Beispiel mit dem globalen Marketingteam einer Marke gearbeitet haben und ein How-To-Film für Facebook fertiggestellt wurde, gab es oft einen kurzen Moment der Freude. Aber dann begann das wirkliche Leiden: Es mussten Länderversionen des Films erstellt werden. Hierzu wurden Excel-Tabellen mit den Texteinblendungen erstellt, die von den Managern in den Ländern ausgefüllt werden mussten.

Diese wurden mit dem globalen Hauptsitz koordiniert und genehmigt. Dann mussten die offenen Daten des Films von der Produktionsagentur angefordert und an die Länder geschickt werden, in denen die Anpassungen durch lokale Agenturen vorgenommen wurden. Oft waren die in den Excel-Tabellen gesammelten übersetzten Texte für die jeweilige Szene viel zu lang.

Der ganze Prozess begann von neuem, einschließlich Dutzender E-Mails, Dropbox-Links usw. Klingt wahnsinnig kompliziert, ich weiß. Das war es auch! Jeder dieser Schritte kostete Geld, Zeit und Nerven. Und oft kam es nie zum geplanten internationalen Roll-out.

Lars Reinartz : Auch wenn es nicht um eine internationale Einführung geht, sondern um eine einfache Anpassung in einem Video – z.B. wenn sich der Preis, der Anspruch oder das Produktdesign nur minimal geändert hat – ist der Aufwand oft immens und wird durch Korrekturschleifen, Koordinationsaufwand und Kostenexplosionen getrieben.

Erik Lorenz : Neben solchen organisatorischen Herausforderungen gibt es oft weitreichende allgemeine Veränderungen, die Unternehmen nicht direkt beeinflussen können, auf die sie aber reagieren müssen. Das Bewegtbild ist ein Bereich des Marketings und der Kommunikation, in dem sich viel bewegt, manchmal viel mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Wir haben viel über diese Entwicklungen nachgedacht – über den Wandel der Videokommunikation und darüber, wie Unternehmen und Marken damit umgehen können.

Von welchen Entwicklungen sprechen Ihr?

Erik Lorenz : Der Druck, mit weniger Ressourcen mehr Wirkung zu erzielen, wächst. Die Nachfrage nach Bewegtbildinhalten steigt, aber das Budget pro Video sinkt tendenziell.

Lars Reinartz : Das Zeitalter der Produktion großer TV-Werbespots für Millionenbudgets neigt sich dem Ende zu – mit wenigen Ausnahmen. Die überwiegende Mehrheit der Videos wird für soziale Kanäle produziert, was natürlich auch Auswirkungen auf die Produktionslogistik hat – und oft einen immensen Kostendruck mit sich bringt.

Erik Lorenz : Wenn wir über soziale Kanäle sprechen, ist es kein Geheimnis, dass die meisten Menschen heutzutage Inhalte hauptsächlich über soziale Medien konsumieren. Mit dem Wandel der Kanäle haben sich auch die Nutzungs- und Sehgewohnheiten verändert – hin zu mehr seriellen Formaten mit Unterhaltungsfaktor, Authentizität und dem Fokus auf Relevanz.

Marken sollten in einen glaubwürdigen Austausch mit ihren Zielgruppen treten und ihnen auf Augenhöhe begegnen können. Dazu müssen sie ständig auf allen relevanten Kanälen mit aktuellen und speziell auf ihr Publikum abgestimmten Inhalten präsent sein. Alles in allem ist dies eine immense strategische, kreative und monetäre Herausforderung.

Warum sind Videoproduktionen oft noch so kosten- und zeitintensiv?

Lars Reinartz : Dafür gibt es natürlich verschiedene Gründe. Eine hochwertige Videoproduktion ist traditionell immer mit viel Aufwand verbunden. Dasselbe galt früher für erstklassige Websites. Dies erforderte spezialisierte Agenturen, talentierte Designer – und hohe Budgets, nicht zuletzt für die kontinuierliche Pflege.

Heute gibt es WordPress. Jeder kann eine anständige Website erstellen, auch ohne Entwickler zu sein. Wir haben in den letzten zehn oder zwanzig Jahren in fast allen Bereichen der Inhaltserstellung eine solche Demokratisierung erlebt. Man denke nur an Blogger, die als Journalisten arbeiten, oder Podcaster, die ihre eigenen Sendungen machen, völlig losgelöst von großen Medienhäusern mit teuren Redaktionen und Studios.

Heutzutage können qualitativ hochwertige Fotos mit einem Smartphone aufgenommen und ordentlich überarbeitet werden, ohne dass man ein Grafiker oder Photoshop-Experte ist.

Bei Videos ist das etwas anders, vor allem wenn es nicht um die Aufnahme eines einzelnen Clips geht, sondern um Spots mit Schnitten, Musik, Animationen usw. Die Demokratisierung hat hier noch nicht stattgefunden. In den meisten Fällen sind Videos immer noch ein starres Inhaltspaket, das sich nicht so leicht aufschlüsseln und verändern lässt.

Dies führt zu einem enormen Aufwand, auch wenn nach der Fertigstellung des Videos nur noch eine Kleinigkeit angepasst werden muss. Das ist der Status quo, wie wir ihn sehen. Wir glauben, dass er überholt ist. Und deshalb fangen wir gleich hier an.

Wie weit kann der Aufwand für die Erstellung oder Anpassung eines Videos mit VARYCON reduziert werden?

Erik Lorenz : Das hängt ganz von dem zugrunde liegenden Video und dem Nutzungsszenario ab. VARYCON ist sehr hilfreich, wenn es darum geht, zahlreiche Versionen eines Videos zu erstellen, z. B. für A/B-Tests, die Personalisierung für bestimmte Kunden oder sogar die Internationalisierung für verschiedene Märkte.

Ausgehend von einer zugrundeliegenden Vorlage ist es auch möglich, völlig unterschiedliche Videos zu erstellen, z. B. für alle Produkte in einem Webshop.

Lars Reinartz : Kunden können sich für jedes einzelne Videoprojekt oder eine weitergehende kundenspezifische Integration von VARYCON in die IT-Systeme jedes Unternehmens anmelden. Der einfachste Weg, um herauszufinden, wie und zu welchen Kosten VARYCON helfen kann, ist ein kurzes Telefonat mit uns.

Erik Lorenz : Termine für ein Telefongespräch, auf Wunsch einschließlich einer Vorführung von VARYCON, können auf unserer Website vereinbart werden.